Definition der Kybernetik

Kybernetik ist die Theorie der interkausalen Netzwerke, die Kommunikations- und Organisationsprozessen in dynamischen Systemen zugrunde liegen. Als Metatheorie bildet sie einen wissenschaftlichen Überbau für verschiedene Teilgebiete wie Systemtheorie, Nachrichtentheorie, Konnektionismus und Entscheidungstheorie. Gleichzeitig dient die angewandte Kybernetik als Hilfswissenschaft in Gebieten wie Biologie, Psychologie, Medizin und Technik.
Anstelle der sektoralen Aufteilung in einzelne Teilgebiete ist auch eine Schichtengliederung der Kybernetik in verschiedene Ebenen möglich. Die innerste Ebene bildet dann die allgemeine theoretische Kybernetik (K1), die ihre Konkretisierung in der Untersuchung realer Gegebenheiten findet (K2). Unter die K2 sind die erwähnten Teilgebiete (wie allgemeine Systemtheorie, Regelungstheorie, Informationstheorie, Spiel- und Entscheidungstheorie) zu rechnen. In die äußerste Schale (K3) werden dann die praktischen Anwendungen der Kybernetik (z. B. biologische Kybernetik, Regelungstechnik, Informatik) geordnet.
Zurückgehend auf Grundlagenforschungen von Heinz von Foerster stellt schließlich die "Kybernetik zweiter Ordnung" eine progressive intellektuelle Bewegung in Kybernetik und Systemwissenschaft dar, welche im Wesentlichen die Prinzipien der Kybernetik auf sich selbst anwendet. In der Kybernetik zweiter Ordnung muß der Beobachter ebenso beschrieben werden wie das beobachtete System.
Entscheidend für den Erfolg der K3 ist neben ihrer Praktikabilität eine konsistente Verbindung mit den Mikrotheorien der angewandten Wissenschaften.